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Johannes Cuspinianus, Dr. med.

18.12.1473 – 19.4.1529

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Nach Studien in Leipzig und Würzburg kam Cuspinian 1492 nach Wien, wo er von Maximilian I. zum Dichter gekrönt wurde. Er zählte als Humanist, Naturwissenschaftler, Historiograph und Diplomat zu den bedeutendsten Gelehrten an der Wiener Universität zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Nach dem Tod von Konrad Celtis (1508) wurde er zur Leitfigur des Wiener Humanistenkreises. Cuspinians Wirkungskreis ging weit über den universitären Bereich hinaus und berührte auch die Sphäre der höchsten Politik, wo er in diplomatischen Diensten eine maßgebende Rolle bei der Verwirklichung der habsburgisch-jagiellonischen Heiratsplänen spielte. Er verkörperte in exemplarischer Weise den Typ des humanistischen Renaissance-Gelehrten, der Universalismus und Weltläufigkeit mit einer im bürgerlich-städtischen Bereich verwurzelten Existenz vereinigte. Von seinen Werken haben vor allem die zur dynastischen Geschichte bleibenden Wert.

AutorIn: 
Kurt Mühlberger, Thomas Maisel
Deutsch