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Denkmal für Ausgegrenzte, Emigrierte und Ermordete des Kunsthistorischen Instituts der Universität Wien

Gespeichert von Herbert Posch am 24. November 2014 - 21:32
2008–2099

Das begehbare Denkmal hat die Form eines ringförmigen Tisches, der gewaltsam in zwei Teile gerissen wurde. Stühle sind an diesen Tisch teilweise eng, teilweise locker herangestellt, sodass einige Plätze besetzt werden können, andere aber immer unbesetzt bleiben werden. Eine Glasplatte zwischen den zwei Hälften des Tisches enthält die Namen der bis zum Zeitpunkt der Errichtung ermittelten Betroffenen. Das Zentrum des in der Wiese stehenden Denkmals bildet ein neu gepflanzter Blauglockenbaum.

Im Sinne eines fruchtbaren Zusammenwirkens von Forschung und Lehre wurde zur Enthüllung des Denkmals 2008 im Institut für Kunstgeschichte die Ausstellung „Wiener Kunstgeschichte gesichtet“ eröffnet, die die Recherchen der Studierender zeigte, die im Rahmen intensiver forschungsgeleiteter Lehrveranstaltungen die Namen und Biografien der Betroffenen erforscht hatten (Leitung: Lioba Theis). So sollte den Namen wieder „ein Gesicht“ gegeben werden und die Geschichte persönlicher Lebenswege aufgezeigt werden.

2010 folgte eine weitere Ausstellung, wiederum von Studierenden unter der Leitung von Lioba Theis erarbeitet: „Ausgegrenzt, Vertrieben, Ermordet“, die auch die Biografien der 1938 vertriebenen Kunstgeschichte-Studierenden zeigte, die am Denkmal nicht namentlich genannt werden.

Die Ergebnisse dieser und weiterer Aktivitäten sind in einer ständigen Online-Präsentation ablesbar: geschichtegesichtet.univie.ac.at/denkmal.html

Liste der geehrten Kunsthistoriker*iInnen

Im November 2021 fand die Lichtinstallation „Lichtung“ von Tim Schmelzer am Denkmal statt.

Am Ende des Widmungstextes wird auch jener gedacht, "deren Namen wir nicht kennen, sowie aller anderen verfolgten Angehörigen der Universiät Wien."

AutorIn: 
Herbert Posch
Siehe auch: 
Bereit für Übersetzung: 
Nein