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Heinrich Lammasch, o. Univ.-Prof. Dr. jur.

21.5.1853 – 6.1.1920

Disziplin:

Ehrungen: 
2962629628

Fakultät:

letzter Ministerpräsident der österreich-ungarischen Monarchie

Biografie: 

Heinrich Lammasch studierte Rechtswissenschaften an der Universität Wien (Dr. jur. 1876) und habilitierte sich 1879 für Strafrecht. Er wurde 1882 außerordentlicher, 1885 ordentlicher Professor für Strafrecht, Rechtsphilosophie und Völkerrecht an der Universität Innsbruck. 1889 übernahm er das Ordinariat für Völkerrecht an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien.

1899 und 1907 war Lammasch völkerrechtlicher Berater der 1. und 2. Haager Friedenskonferenz. Er war ein international anerkannter Völkerrechtler und Mitglied des Ständigen Schiedsgerichtshofes im Haag. Er war ab 1899 auch Mitglied des Herrenhauses und betätigte sich innenpolitisch in gemäßigt konservativer Richtung, schon vor 1914 für eine Lösung des deutsch-österreichischen Bündnisses eintretend. Lammasch unternahm während des Ersten Weltkriegs Friedensinitiativen und plädierte für einen Verständigungsfrieden auf der Basis des Völkerbunds. Kaiser Karl I. bot ihm zweimal den Posten des Ministerpräsidenten an, doch erst beim 3. Mal, am 25. Oktober 1918, nahm er an und wurde der letzte Ministerpräsident der Monarchie (Oktober 1918). Als Erster vertrat er den Gedanken der dauernden Neutralität der Republik Österreich. Er erarbeitete 1918 einen österreichischen Entwurf für den Völkerbundpakt und war Mitglied und Präsident des Internationalen Schiedsgerichtes in Den Haag.

An ihn erinnert ein Denkmal im Arkadenhof der Universität Wien (Büste von Josef Humplik, vom Bundesministerium für Unterricht finanziert, enthüllt 1953), die Ehrentafel der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät im Hauptgebäude der Universität Wien und seit 1920 in Wien-Floridsdorf die nach ihm benannte Lammaschgasse. 

Siehe auch

Österreichisches Biographisches Lexikon (abgerufen am 04.09.2025)
> Deutsche Biographie (abgerufen am 04.09.2025)
> Wien Geschichte Wiki (abgerufen am 04.09.2025)
​> u:monuments: Denkmal Heinrich Lammasch (abgerufen am 04.09.2025)

Quelle: 

Archiv der Universität Wien, Akad. Senat, GZ 1076 aus 1924/25 (Eintragung Ehrentafel).
Archiv der Universität Wien, Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät, GZ 771 ex 1925 (Eintragung Ehrentafel).

AutorIn: 
Herbert Posch
Deutsch